|
Die zwei Servoantriebe des Hubwerks werden jeweils aus zwei Servomodulen
versorgt, die als Master und Slave arbeiten. Das Mastermodul ist über
eine Profibuskarte an die SPS ange-bunden und erhält von dort die
Ziel-, Geschwindigkeits- und Beschleunigungsvorgaben zur Positionierung,
die es nach Freigabe eigenständig ausführt. Das Slave-Modul
führt nur eine Momentenregelung durch.
Die Momentenvorgabe wird vom Mastermodul über den internen CAN-Systembus,
der alle Module miteinander vernetzt, vorgegeben. Durch den frei einstellbaren
und konfigurierbaren Signal- und Datenaustausch über den CAN-Systembus
bzw. die in den Master integrierte Profibuskarte, ist eine genaue und
einfache Überwachung durch die SPS möglich. Am Materialflussrechner
werden über die Störung hinaus auch die Störmeldenummer
und damit der Störungsgrund angezeigt. Das vereinfacht und beschleunigt
die Fehlerbeseitigung erheblich.
Die Wegerfassung und Positionierung des Fahr- und Hubwerkes erfolgte im
alten System über Inkrementalgeber und Zählerkarten durch die
SPS. Das machte aufgrund von Schlupf, Ketten-längung, Spannungsausfall
usw. häufig langwierige Referenzpunktfahrten notwendig, die die Leistung
der Anlage erheblich einschränken konnten. Aus diesem Grund wurde
die Weger-fassung auf Laserentfernungsmesser umgestellt. Diese sind zur
schnelleren und genaueren Positionierung über eine Multigeberkarte
direkt an die Masterachsmodule angeschlossen.
Die aktuellen Positions- und Geschwindigkeitswerte werden der SPS über
den Profibus vom Achsmodul zur Verfügung gestellt. Eingesetzt wird
der neue Laserentfernungsmesser AMS 200 des Herstellers Leuze. Dieses
Gerät ermöglicht eine Geschwindigkeitskontrolle in einstellbaren
Positionsbereichen und die Meldung einer Überschreitung mittels Hardware-Ausgängen.
Die alten störanfälligen und in die Antriebsmotoren integrierten
Fliehkraftschalter, die für die Geschwindigkeitskontrolle der Fahr-
und Hubachsen vor den Endlagen genutzten wurden, konnten so entfallen.
Der neue Laserentfernungsmesser hat den Vorteil, dass er im Falle eines
Defekts einfach ausgetauscht werden kann. Die umständliche Parametrierung
entfällt hier. Sämtliche Ein-stellungen werden über den
Profibus, an den die Geräte zusätzlich angekoppelt sind, aus
der SPS übernommen.
Die Kommunikation zwischen den RBG-Steuerungen und der Fördertechnik-Steuerung
sowie dem Materialflussrechner erfolgt über Ethernet-Datenlichtschranken.
Vier Betriebsarbeiten für die Regalbediengeräte
Für die Bedienung der RGBs wurden die alten SAE-Bedienterminals
durch neue Siemens OP177B ersetzt. Für eine leichte Handhabung der
RBGs programmierten die Junger-Ingenieure folgende 4 Betriebsarten:
Den Automatikbetrieb:
Das RBG erhält Vollaufträge (Ein-, Aus- oder Umlageraufträge)
vom MFR und arbeitet diese eigenständig ab.
Der Semiautomatikbetrieb:
Der Bediener gibt Aufträge über das Bedienterminal im Fahrstand
des RBGs ein. Das RBG arbeitet diesen Auftrag nach Freigabe eigenständig
ab, kann dabei auch jederzeit gestoppt werden. Vorgegeben werden können
Vollaufträge (Ein-, Aus- und Umlagerungen) und Teilaufträge
wie Holen, Bringen, Positionieren.
Der Handbetrieb:
Alle Achsen des RBGs können im Tippbetrieb gefahren werden. Dabei
sind alle Sicherheits-abfragen und Verriegelungen aktiv, die Achsen stoppen
automatisch an allen Zwischen-positionen.
Der Servicebetrieb:
Alle Achsen können im Tippbetrieb mit niedrigen Geschwindigkeiten
ohne Sicherheitsabfragen und Verriegelungen gefahren werden.
Wird ein Eingriff im Hand- oder Servicebetrieb in einen laufenden Automatikauftrag
notwendig, z. B. zur Beseitigung von Spalt-Kontrollstörungen, kann
jederzeit die Bearbeitung des Auto-matikauftrages mit allen erforderlichen
Zwischenmeldungen an den MFR fortgesetzt werden. Umständliches "Von-
Hand-zu-Ende-fahren" und Nachbuchungen im MFR- und LVR-System sind
hier nicht notwendig.
Die Programmierung der RBGs wurde soweit standardisiert, dass eine schnelle
Anpassung an die unterschiedlichen Lageraufteilungen in den einzelnen
Gassen (Kanalhöhen, Anzahl LEs im Kanal, Standorte Ein-/Auslagerbahnen
und Kommissionierkanäle) möglich war. Auch wenn Veränderungen
anstehen in der Lageraufteilung (z. B. bei den Kommissionierplätzen
oder einer Änderung der Kanalhöhen), können die RGBs durch
die Parametrierung jederzeit flexibel angepasst werden.
Lager konnte vorzeitig in Betrieb genommen werden
Dem Hardware-Umbau in der Fördertechnik und am RBG 1 folgten intensive
Programmtests, die Einstellung aller Geber sowie der Umrichter und Aufmessfahrten
der RBGs. Beim an-schließenden Integrationstest mit MFR und LVR
konnte die Anlage bereits nach zwei Tagen dem Kunden SLC zur Einlagerung
zur Verfügung gestellt werden. Dies war früher, als im Zeitplan
vorgesehen und somit sehr erfreulich für den Kunden. Aber auch für
das Junger-Team war dies vorteilhaft, denn so mussten die weiteren Systemtests
nicht umständlich simuliert werden, sondern konnten mit Echtware
durchgeführt werden. Nach Abschluss der Tests und Optimierungen an
den Systemen wurden auch die weiteren RBGs und die dafür erforderliche
Fördertechnik nacheinander umgerüstet und in Betrieb genommen.
Diese Arbeiten wurden alle während des Betriebs durchgeführt.
Umbau und Probebetrieb der nächsten Gasse wurde immer beendet, bevor
die Lagerkapazität der jeweils zuvor in Betrieb genommenen Gasse
erreicht wurde. So war das Lager zur Freude des Betreibers SLC schon fast
ausgelastet und alle "Kinderkrankheiten" durch die betriebs-begleitende
Inbetriebnahme beseitigt, als die Umrüstung und Wiederinbetriebnahme
des kompletten Lagers beendet war.
Autor: Dipl.-Ing. Sven Löckmann, Projektleiter SLC
Weitere Informationen:
Junger GmbH
Berensweg 200
33334 Gütersloh
Vertretungsberechtigte Geschäftsführer:
C. Junger und E. Budde
Tel.: +49 (5241) 3309-0
Fax: +49 (5241) 3309-22
info@junger-gmbh.de
www.junger-gmbh.de
Unternehmens-Portrait
im Logistik-Branchenbuch
Seitenaufrufe:
1793
|