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Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, Dortmund.

Bausch + Lomb
Amsterdam-Schiphol, Niederlande

Bausch + Lomb ist führender Hersteller von Kontaktlinsen. Das neue Distributionszentrum in Amsterdam, das Europa und den nahen Osten mit optischen Produkten versorgt, ist Ende Februar 2009 erfolgreich in Betrieb gegangen.

"Das bestehende Lager hatte seine Kapazitätsgrenzen erreicht"
Das neue Verteilzentrum in Schiphol bei Amsterdam ist Teil eines langfristigen Investitionsplanes in den Ausbau der Logistik. Das Kundenservice weiter zu verbessern und dem zukünftigen Wachstum gerecht zu werden sind primäre Gründe für die Investition.


Ergonomische Ware-zur-Person Station.

Beleglos kommissionieren mit Pick-to-Light.

Fördertechnik für Kartons.
Das neue Logistiksystem ermöglicht Bausch + Lomb die Anforderungen, die mit wachsenden Mengen und neuen Produkten einhergehen, auch in Zukunft zu bewältigen. Das bestehende Lager hatte seine Kapazitätsgrenzen bereits erreicht. Also galt es, am gleichen Standort mit neuer Technik die Prozesse effizienter zu gestalten und die Lagerkapazitäten entscheidend zu erhöhen. Das neue zentrale Distributionszentrum versorgt sowohl die eigenen lokalen Zentren in den verschiedenen Ländern als auch auf direktem Wege die Optiker.

Verteilen wie es der Kunde wünscht

Die unterschiedlichen Ansprüche der Länder, aber auch die der europäischen Optiker, unter einen Hut zu bekommen war die große Herausforderung bei der Entwicklung dieser Intralogistiklösung. Das entwickelte Design erfüllt Kriterien wie Chargenverfolgung, Serien-nummernerfassung, sequenzielle Kommissionierung der Positionen eines Auftrages und andere "added value" Aktivitäten. Das Lager ist mit einem 2-gassigen automatisierten Hochregallager mit 34.500 Karton-Stell-plätzen ausgestattet. Die Auftragszusammenstellung der Langsamdreher erfolgt mit OSR Shuttle-Systemen an 9 ergonomischen Ware-zur-Person Stationen. Schnelldreher werden an 6 Pick-to-Light Stationen kommissioniert.

Das OSR System verfügt über 108.000 Stellplätze in 27.000 Trays. Drei Kilometer intelligente, energieparende
KNAPP Fördertechnik, Kartonhandlingmaschinen, wie zum Beispiel Aufrichter und Verschließer bzw. automatische Belegbeigaben und Labelapplikatoren ergänzen den Lieferumfang von KNAPP.

Ein System - viele Herausforderungen

Das hochautomatisierte Bausch + Lomb Distributions-zentrum wurde auf einer Fläche von 16.000 m2 plus 4.000 m2 Mezzanin realisiert. Die gesamte Lagerverwaltung (WMS) und Lagersteuerung (WCS) ist ebenfalls Teil des KNAPP Lieferumfanges.

Wareneingang: Verknüpfung der Behälter mit den Produkten
Die Ware wird sowohl auf Paletten, in Ganzkartons als auch als Einzelprodukte, gemischt in Kartons verpackt, angeliefert. Nach der beleglosen Erfassung der Produkt-daten an den Wareneingangsarbeitsplätzen wird jedem Produkt automatisch einer der folgenden Lagerorte zugewiesen:

Original-Kartons im automatisierten Hochregallager (AKL)
Automatisiertes Behälterlager und Ware-zur-Person Kommissioniersystem OSR mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 108.000 Stellplätzen für Langsamdreher
Palettenhochregallager für Übervorrat: Ein mit Staplern ausgerüstetes Palettenlager mit einer Lagerkapazität von insgesamt über 6.500 Stellplätzen steht für die Unterbringung des Übervorrates zur Verfügung. Das Palettenlager sorgt auch für den Nachschub der Durch-laufregale am Mezzanin.

Langsamdreher werden vom Originalkarton in Behälter umgeräumt. Der Behälter-Barcode wird anschließend mit den Merkmalen des Produktes verknüpft und im System gespeichert. Die so erzeugten Lagerordnungskästen werden automatisch im OSR15 eingelagert. Ganzkartons lagern im AKL, dessen Regalbediengeräte die Durchlaufregale der Schnelldreher-Kommissionierzonen automatisch mit Nachschub versorgen.

Auftragsstart: Steigerung der Pickleistung durch Batch-Bildung
Die Auftragsgrößen bei Bausch + Lomb variieren stark. Während ein typischer Auftrag bei der Bestellung von Kontaktlinsen zwei verschiedene Produkte enthält (zwei verschiedene Linsen-stärken für das rechte und linke Auge) reichen die Auftragsgrößen von einem einzigen Produkt (z.B. bei Individualbestellungen via Internet) bis zu mehreren Paletten.

Aufgrund der geringen Einzelpositionen pro Bestellung werden die sehr kleinen Auftragskartons platzsparend auf Transport-Trays befördert (bis 4 Kartons pro Tray). Die Aufträge werden in geeignete Batches zusammengefasst, um die Anzahl der Behälter, die durch das Lager fahren, zu reduzieren und gleichzeitig die Pick-Leistung zu steigern. Nach automatischem Aufrichten wird jedem Karton via Routinglabel ein Auftrag zugeordnet und die Kartons auf die Trays gesetzt.

Kommissionierung

Ware-zur-Person
Die Kommissionierung der Langsamdreher erfolgt im Ware-zur-Person Verfahren: Behälter aus dem Shuttle-System OSR15 werden an neun Kommissionierplätzen hochergonomisch und effizient bearbeitet.

Beleglos mit Pick-to-Light
Sechs Pick-to-Light Stationen sorgen für die Auftragszusammenstellung des schnelldrehenden Sortiments. Je nach Drehgeschwindigkeit der Produkte wird aus statischen oder Durchlaufregalen aus dem Originalkarton kommissioniert. Die Regalbediengeräte sorgen dabei für den Nachschub in die dynamischen Regale der Schnelldreherstationen.

Versandkartons werden in der jeweiligen Größe in die Station ausgesteuert. Ein Pick-to-Light Display zeigt die Entnahmestelle im Regal farblich an. Farbmarkierungen am Tray markieren den Zielkarton am Tray in der gleichen Farbe. Die Zonen im Pick-to-Light Bereich können je nach Auslastung der Stationen flexibel zusammengeschaltet werden.

Sonderprozesse

Neutrale Kartons für Markenprodukte
Produkte, die nicht als "Bausch + Lomb" an den Kunden gehen, werden in neutrale Kartons kommissioniert und erhalten das entsprechende Markenlabel an vier dafür vorgesehenen Arbeitsplätzen.

Value-Added Stationen für Geschenkartikel
Alle Aufträge, denen Promotionsmaterial oder ein Geschenkartikel beigelegt wird, werden automatisch einem eigenen Verpackungsbereich zugeführt, wo die Ware individuell verpackt und mit den entsprechenden Versandpapieren und Label versehen wird. Danach werden die Aufträge dem Versand zugeführt.

Linsen für Operationsbedarf
Linsen, die für Augenoperationen verwendet werden, müssen zur Rückverfolgbarkeit mit einer Seriennummer versehen werden. Die Kommissionierung erfolgt aus dem OSR-System mit Eindruck der entsprechenden Nummer auf der Rechnung. Diese wird automatisch dem entspre-chendem Karton beigelegt.

Kühlbereich für spezielle Produkte
Kühl zu lagernde Produkte werden in einem eigenen temperaturgeregelten Lager aufbewahrt. Die Auftragszusammenstellung aus drei verschiedenen Temperaturzonen erfolgt manuell.

"Fresh Vision" Zone für Promotionartikel
In der bei Bausch + Lomb genannten "Fresh Vision" Zone werden Linsen-Reiniger und -Sets im Gesamtkarton kommissioniert und versendet. Übergroße Produkte, wie zum Beispiel Pharma-bedarf, Werbe- und Displaymaterial für Verkaufsräume, werden direkt vom Palettenregal kommissioniert und via Fördertechnik zum Versand bereitgestellt.

Versand: Vollautomatische Versandsortierung von 4.000 Kartons pro Stunde
Für Großaufträge ist ein eigener Versandbereich eingerichtet. Ganzkartons werden auf Paletten geschlichtet und, je nach Destination sortiert, auf Paletten bereitgestellt.

Die Belegbeigabe für Kleinaufträge erfolgt vollautomatisch, indem die Rechnung und Versand-papiere auf DIN A6 gefaltet und auf die Innenseite des Kartondeckels geklebt werden. Dann werden die Kartons vom Tray vereinzelt, automatisch verschlossen, verklebt, gelabelt und in den Versandbereich transportiert. Die leer gewordenen Trays werden automatisch gestapelt und zurück zum Wareneingang befördert.

Elektrisch angetriebene Pusher sorgen für eine geräuscharme vollautomatische Versandsortierung von 4.000 Kartons pro Stunde. Die ausgeschleusten Kartons werden in Überkartons verpackt und im Warenausgang bereitgestellt.

Der Kundennutzen
Eine flexible Lösung, die viele unterschiedliche Ansprüche verschiedener Länder und Optiker berücksichtigt, war die große Herausforderung bei der Projektumsetzung. Das neue Distributi-onszentrum berücksichtigt Prozesse wie Chargenverfolgung, Seriennummernerfassung, sequenzielle Kommissionierung der Positionen eines Auftrages und andere "added value" Aktivitäten. Diese notwendige Flexibilität im Widerspruch zum hohen Automatisierungsgrad macht dieses Lösungskonzept einmalig.

Wie viele Produkte anderer Unternehmen der Pharma- und Gesundheitsbranche sind auch die Artikel von Bausch + Lomb ideal für die Automatisierung geeignet. Diese Lösung garantiert dem Kunden, die Herausforderung von zusätzlichem Durchsatz und die Einführung neuer Produktlinien in den kommenden Jahren ohne Probleme zu bewältigen.

Kurzportrait Bausch + Lomb:
Bausch + Lomb steht für über 155 Jahre Erfahrung rund ums Auge und ist führender Hersteller von Kontaktlinsen, Kontaktlinsenpflegemittel, augenoptische chirurgische Produkte bzw. Instrumente und augenoptische Medikamente.

Mit Sitz in Rochester, N.Y., beschäftigt das 1853 gegründete Unternehmen heute mehr als 10.000 Mitarbeiter. Bausch + Lomb hat sich zur internationalen Gesundheitsmarke entwickelt und vertreibt seine Produkte in mehr als 100 Länder weltweit.

"Gutes Sehen als Quelle optimaler Lebensqualität zu bewahren", ist seit der Gründung von Bausch + Lomb das höchste Anliegen des Unternehmens. Bausch + Lomb investiert intensiv in Forschung und Entwicklung um seinen Kunden individuelle Lösungen zu bieten.

Kurzporträt KNAPP AG:
Mit zahlreichen Niederlassungen und einem großen Netzwerk an Vertretern weltweit, ist KNAPP in 26 Ländern präsent. Die Firmengruppe beschäftigt ca. 1.600 Mitarbeiter und zählt zu den führenden System- und Lösungsanbietern im Bereich Lagerlogistik und Lagerautomation. Der Jahresumsatz im Wirtschaftsjahr 2008/09 betrug 239 Millionen Euro (+22% im Vergleich zum Vorjahr). Somit konnte die KNAPP Gruppe das fünfte Rekordjahr in Folge erzielen. KNAPP bedeutendste Märkte sind Europa, Nordamerika und Lateinamerika.

Unternehmens-Portrait im Logistik-Branchenbuch

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