Fraunhofer-Institut für Materialfluss
und Logistik IML, Dortmund.
Möve-Frottana bewältigt Höhenflug
mit Logistik von TGW
Hochwertige Frottierwaren aus dem Traditionsunternehmen
Möve-Frottana stehen bei Konsumenten hoch im Kurs. Damit die Logistik
mit den steigenden Anforderungen aus der Filialbelieferung und dem Online-Business
Schritt halten kann, realisierte das Unternehmen ein automatisches Lager-
und Kommissioniersystem - geplant und begleitet von KONLOG, realisiert vom
Generalunternehmer TGW. Das Textilunter-nehmen senkt damit den Kommissionieraufwand
um 70 %.
Das neue Kleinteilelager bildet
das Herzstück der neuen Logistiklösung von Möve-Frottana.
Das Unternehmen Möve-Frottana steht für hochwertige Frottierwaren,
Bettwäsche und Accessoires rund um Bett und Bad. Die hohe Qualität
der Produkte und die aktive Expansionsstrategie brachten dem im sächsischen
Großschönau angesiedelten Traditionsunternehmen trotz allgemeiner
Wirtschaftskrise in den letzten fünf Jahren ein Wachstum von über
30 %. Insbesondere der Schritt in Richtung der Direktvermarktung der Produkte
über eigene Geschäfte und Online-Markenshops stellte sich als
goldrichtig heraus und beschert dem Unternehmen laufend Zuwächse.
Neue Logistiklösung meistert steigende Anforderungen
Aufgrund des generellen Wachstums, vor allem aber um die steigenden Anforderungen
aus dem Online-Geschäft und den eigenen Shops abzudecken, entschloss
sich Möve-Frottana im Jahr 2008, die Prozesse im Lager und in der Kommissionierung
komplett zu überdenken. Gemeinsam mit dem Planungsunternehmen KONLOG
aus Hamburg wurden die logistischen Kennzahlen und Anforderungen im Detail
analysiert, bevor sich in mehreren Diskussions-schleifen herausstellte,
in welche Richtung die neue Logistiklösung für Möve-Frottana
gehen würde. Stets im Auge hatten Möve-Frottana und der Planer
dabei das weiter erwartete Wachstum des Unternehmens und die Auslegung einer
Lösung mit entsprechendem Sicherheitspuffer.
Ein umfangreiches Fördersystem verbindet
das neue Warenlager von Möve-Frottana mit den Kommissionierarbeitsplätzen.
So wurde eine automationsgestützte Kommissionierung mit Versorgung
aus einem automatischen Lager als beste Lösung für das Unternehmen
entwickelt. Die von TGW angebotene Realisierungs-lösung überzeugte
sowohl das Textilunternehmen, als auch den Logistikplaner, weshalb der Systemanbieter
aus Österreich die Anlage als Generalunternehmer realisieren durfte.
"TGW bot einfach das beste Preis-Leistungs-Verhältnis", erzählt
Matthias Kretzschmer, Geschäftsführer der Frottana Textil GmbH
& Co. KG. "Außerdem hat uns sehr gut gefallen, dass TGW auf
beachtliche Referenzen im textilen Sektor verweisen konnte."
70% weniger Kommissionieraufwand
Bisher lagerten Handtücher, Bettwäsche und Accessoires bei Möve-Frottana
in fahrbaren Gitterboxen auf großer Fläche, insgesamt rund 6.000
verschiedene Artikel. Die Mitarbeiter gingen mit den Kommissionierbelegen
die Positionen ab und sammelten die Waren zusammen. Ein extrem platz- und
zeitintensiver Prozess. Mit der neuen Anlage steht ein zentrales, vollautomatisches
Warenlager mit über 17.000 Behälterstellplätzen zur Verfügung.
Die Kommissionierer bekommen ihre Warenbehälter vor den ergonomischen
Arbeitsplatz gefahren, entnehmen die am Bildschirm angezeigte Menge, und
schon steht die nächste Position bereit. Kretzschmer: "Wir rechnen
damit, dass wir unseren Kommissionieraufwand um 70 % senken werden".
Womit auch das zukünftige Wachstum durch die bestehende Mannschaft
bewältigt werden kann. Außerdem wird bisherige Lagerfläche
für die Ausweitung der Produktion frei.
Bis zu 70 % Einsparung erwartet sich Möve-Frottana von der
neuen TGW-Kommissionierlösung.
"Für Kleinstaufträge ist die Anlage wie geschaffen, weil
wir kleine Mengen entnehmen und sofort versandfertig machen können.
Und am Nachmittag werden sie vom Paketdienstleister abgeholt", sagt
Karin Kroschwald, die als Leiterin Versand auch für die neue Logistikanlage
verantwortlich zeichnet. Diese Kleinstaufträge kommen vor allem aus
dem Online-Business. Da werden schon mal lediglich 2 Waschhandschuhe oder
3 Badetücher bestellt. Je nach Zeitpunkt des Bestelleingangs ist die
Ware dann am nächsten Tag beim Kunden zu Hause. Genau in diesem Bereich
sieht der Textilhersteller auch einen wesentlichen Teil seiner Zukunftschance.
Möve-Frottana wickelt aber nicht nur die Bestellungen von www.moeve.com
und www.frottana.com ab, auch Online-Shop-Aufträge von Handelspartnern
werden in Großschönau kommissioniert, verpackt und versendet.
Wachstumsmotoren: eigene Geschäfte und Online-Shops
Der zweite große Wachstumsbereich des Frottierwarenspezialisten umfasst
die derzeit 28 eigenen Marken-Shops sowie die weit über 100 Shops-in-Shops
in großen Warenhäusern. Möve-Frottana hat volle Kontrolle
über die Bestände und Abverkäufe in diesem Vertriebskanal
und bestückt die Geschäfte wöchentlich nach. Die Bestellung
erfolgt via Auto-Dispo. Kommissioniert wird auch für diesen Geschäftsbereich
in der neuen Intralogistik-Lösung in Großschönau.
Darüber hinaus liefert das Unternehmen auch an Handelspartner, um die
Marken Möve und Frottana in deren Sortimenten verfügbar zu machen.
Aber auch individualisierte Produkte werden von Möve-Frottana produziert
und verkauft. "Professional" nennen die Textilhersteller aus Sachsen
diesen Geschäftsbereich, der u.a. Werbemittel für Industriekunden
und Hotelaus-stattungen umfasst. Besonders erfolgreich ist dieser Bereich
seit das Unternehmen vor zwei Jahren eine Weltneuheit in Betrieb nahm: eine
Digitaldruckmaschine, die erstklassige Druckergebnisse bei Frottierwaren
erzielt.
Über das Visualisierungsmodul
in der TGW-Software CI_LOG
kann der aktuelle Anlagen-zustand jederzeit abgeklärt werden.
Unterschiedlichste Auftragsgrößen und saisonale
Unterschiede
Alles zusammengenommen produziert das Unternehmen jährlich rund 5 Mio.
Frottiertücher und 70.000 Bademäntel, die nun über die neue
Logistiklösung laufen. Dabei sorgen die unterschiedlichen Geschäftsbereiche
für äußerst unterschied-liche Auftragsgrößen,
von Einzelstück-Bestellungen bis zu kompletten Lkw-Ladungen. Und auch
die saisonalen Auslastungsschwankungen machten der Logistik in der Vergangenheit
das Leben nicht gerade einfacher. Zwischen September und Januar liegen die
Umsätze um 50 bis 100 Prozent über dem Jahresdurchschnitt. Die
Lieferzeit darf darunter aber gerade in dieser Zeit nicht leiden.
"Schnelligkeit am Markt ist ja das A und O im Geschäft. Die Erwartung
war natürlich, dass wir mit der neuen Anlage ein ganzes Stück
schneller und flexibler sind", so der Frottana-Geschäftsführer.
Die höhere Geschwindigkeit wurde einerseits durch die deutlich kürzeren
Wege in der Kommissionierung durch das Ware-zur-Person-System erzielt. Andererseits
aber auch durch die volle Integration der CI_LOG Logistiksoftware in das
bestehende Warenwirtschaftssystem von Möve-Frottana. Durch die enge
Zusammenarbeit zwischen der hauseigenen EDV-Abteilung und den Spezialisten
von TGW wurde diese Integration so umgesetzt, dass der laufende Betrieb
dadurch in keiner Weise beeinträchtigt wurde.
Gerade hier lag die große Herausforderung des Projekts: Alles musste
bei laufendem Betrieb passieren und die Kunden durften nach außen
hin natürlich nichts davon bemerken. Weder der Neubau der Halle für
das 5-gassige Automatiklager, noch die Sanierung der alten Halle samt zeitweiligem
Umzug in andere Bereiche des 20.000 m² großen Gebäudekomplexes
brachten das 40-köpfige Logistikteam rund um Frau Kroschwald aus dem
Gleichgewicht. Auch wenn beim Bau nicht alles ganz glatt lief. Beispielsweise
gab es im Sommer 2010 aufgrund des massiven Hochwassers eine deutliche Bauverzögerung.
Dennoch konnten schlussendlich alle Termine eingehalten und alle Anforderungen
abgedeckt werden.
Die Software-Integration erforderte
eine enge Zusammenarbeit zwischen TGW und der IT-Abteilung von Möve-Frottana
und funktionierte reibungslos.
Effizienter Einsatz erneuerbarer Energie
Die neue Logistikhalle nutzt Möve-Frottana nicht nur zur Lagerung der
Waren, hier wird auch noch Strom produziert. Die Photovoltaik-Anlage auf
dem Dach der Lagerhalle versorgt das Unternehmen mit 30.000 kWh jährlich,
was immerhin dem Jahresbedarf von ca. 10 Haushalten entspricht. Und auch
bei der Auswahl des Lagersystems wurde auf die Umwelt Rück-sicht genommen.
Die fünf Mustang Regalbediengeräte von TGW sind mit Modulen zur
Energierückspeisung ausgestattet, die den Energieverbrauch um deutlich
mehr als 15 % senken. Dabei wird die freiwerdende Bremsenergie nicht als
Abwärme an die Umgebung abgegeben, sondern in elektrische Energie umgewandelt
und an anderer Stelle im System wieder verbraucht.
Seit Mai 2011 nutzt Möve-Frottana das neue Logistiksystem im Echtbetrieb.
Die Mitarbeiter konnten sich aufgrund der klaren Prozessgestaltung und einfachen
Benutzerführung sehr schnell in das neue System einarbeiten. Dabei
werden sie vom intensiv durch TGW geschulten Kernteam bestens betreut und
begleitet. "Darüber hinaus haben wir auch Mechaniker und Elektriker
zur TGW-Schulung geschickt, damit wir die gesamte Anlage vollumfänglich
bedienen können", sagt Karin Kroschwald. "Da sehe ich jetzt
erstmal keine Probleme auf uns zukommen."
Reserven für zukünftiges Wachstum gesichert
Mit dieser Investition in die neue Lager- und Kommissionierlösung macht
Möve-Frottana sich fit für das erwartete Wachstum der kommenden
Jahre. "Das System ist so beschaffen, dass wir mindestens über
die nächsten fünf Jahre hinaus hier ordentlich operieren können.
Da bin ich sicher, dass das so reicht", sagt Matthias Kretzschmer.
Und auch wenn das Geschäft noch stärker wächst ist mit genügend
weiterer Ausbaufläche bereits vorgesorgt.
Über die TGW Logistics Group:
Die TGW Logistics Group ist ein integriertes Lösungsnetzwerk. Seit
1969 realisiert das Unternehmen unterschiedlichste innerbetriebliche Logistiklösungen,
von kleinen Fördertechnik-Anwendungen bis zu komplexen Logistikzentren.
Die Unternehmen der TGW Logistics Group können auf eine erfolgreiche
Entwicklung zurückblicken. Mit mittlerweile rund 1.100 Mitarbeitern
weltweit realisiert die Gruppe Logistiklösungen für die führenden
Unternehmen. Dadurch erzielte die TGW Logistics Group im Wirtschaftsjahr
2009/10 Umsatzerlöse von € 221,5 Mio.