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Jedoch deuten derzeitige umfangreiche Projektierungs-Aktivitäten
- vor allem auf internationaler Ebene - darauf hin, dass mittelfristig
wieder mit einem Wachstum gerechnet werden kann. Besonders auf Grund des
sehr großen Spektrums der lagertechnischen Systeme und deren Einsetzbarkeit
in den unterschiedlichsten Bereichen ist auch weiterhin Potenzial vorhanden.
Was wird die weitere Marktentwicklung am stärksten beeinflussen?
Heptner: Die Strategien, welche in den einzelnen Kunden-Branchen
der Lagerausstatter verfolgt werden, haben den größten Einfluss
auf die künftige Entwicklung des Marktes. Läger der Industrie
und von Dienstleistern werden in hohem Maße von der Gestaltung der
Supply Chain und deren Management geprägt. Dagegen setzt der Handel
viel stärker auf die Strategie der Efficient Consumer Response ab.
Obwohl die Vorteile beider Vorgehensweisen weitgehend bekannt sind, müssen
jedoch noch erhebliche Hürden in den Organisationsstrukturen und
deren Integration in die firmenübergreifenden IT-Systeme überwunden
werden. Nach Abschluss dieser Phasen werden jedoch Netzwerke entstehen,
die Umstrukturierungen und somit auch Investitionen in Technik und Organisation
erforderlich machen. Davon wird auch die Lagertechnik profitieren.
Welche Rolle spielt dabei das Outsourcing?
Heptner: Der Trend zur Zusammenarbeit mit leistungsfähigen
und international organisierten Logistikdienstleistern wird sich bei der
Lagerbewirtschaftung fortsetzen. Allerdings ist auch eine gegenläufige
Entwicklung zurück zum Insourcing" zu erkennen. Ursache
dafür ist der Wunsch der Unternehmen, den Service, die Qualitätssicherung
sowie den Vertrieb wieder selbst zu kontrollieren. Dabei werden nicht
nur kostengünstigere Vergütungsmodelle eingeführt, sondern
auch neue Möglichkeiten der Lagertechnik ausgeschöpft.
Wo sehen Sie die Markttreiber?
Heptner: Neue Organisationsformen, Systeme und Komponenten werden
weiterhin dafür sorgen, dass in neue Anlagen investiert wird. Dies
gilt besonders für eine Reihe von älteren Anlagen, die umfassend
saniert und modernisiert werden müssen. Innovationen gibt es einerseits
bei Komponenten, welche die Fördergeschwindigkeiten erhöhen,
bei Mehrplatz-Systemen sowie bei der Zielsteuerung. Andererseits wurden
auch viele Anwendungen verbessert. Dazu zählen zum Beispiel Identifizierungstechniken
(RFID), Netzwerke und Leitstände. Auch die erweiterten Möglichkeiten
der Standardsoftware oder die Einführung von Wireless LANs werden
die Entwicklung vorantreiben. Für Lieferanten der Lagertechnik bietet
sich hier ein lukrativer Markt.
Wie wird sich der Software-Einsatz bei der Lagerwaltung entwickeln?
Heptner: Während die Frage, ob Individual- oder eine Standardsoftware
für die Lagerverwaltung eingesetzt werden soll, früher immer
heiß diskutiert wurde, gewinnen in letzter Zeit zunehmend die standardisierten
Lösungen an Bedeutung, weil große Software-Unternehmen, an
der Spitze SAP, ihre Standards entscheidend weiterentwickelt haben. Durch
Standardsoftware werden inzwischen mehr Anwendungen abgedeckt, die früher
nur durch individuelle Software möglich waren. Allerdings sollten
bei der Einführung und Investition in die IT-Technik die betreffenden
Lagertechnik-Bereiche auch hinsichtlich Technik und Organisation überprüft
und angepasst werden.
Welchen Einfluss haben darüber hinaus gesellschaftliche Rahmenbedingungen?
Heptner: Neben strategischen Konzepten sind auch gesellschaftspolitische
Veränderungen von großer Bedeutung. Das betrifft die Ost-Erweiterung
der EU ebenso wie die Globalisierung. Interessant ist beispielsweise die
Zunahme von Lagerprojekten in Fernost, unter anderem in China und Taiwan
und überraschenderweise auch in einigen Entwicklungsländern.
Darüber hinaus müssen bei der Beurteilung der Zukunftsaussichten
die Veränderungen in der Gesetzgebung, zum Beispiel im Gesundheitswesen,
für Lebensmittel, Gefahrstoffe oder den Brandschutz einbezogen werden.
Bei konsequenter Anwendung neuer Gesetze sind schließlich unmittelbar
erhebliche Investitionen für lagertechnische Einrichtungen erforderlich.
Was bedeutet das für die Lagertechnik-Industrie?
Heptner: Sowohl deutsche als auch europäische Lagertechnik-Lieferanten
müssen sich in Hinblick auf Vertrieb und Abwicklung professioneller
organisieren. Neben den erforderlichen Stützpunkten vor Ort muss
besonders die Organisation in der Zentrale entsprechend erweitert werden.
Neben der Einführung internationaler Infrastrukturen müssen
dabei geeignete Mitarbeiter ausgebildet werden.
Herr Heptner, wir danken Ihnen für das Gespräch.
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