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Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, Dortmund.

Effizienzgewinne sind noch möglich

Interview mit Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen, Inhaber des Lehrstuhls für Verkehrssysteme und -logistik an der Universität Dortmund und Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, im Rahmen der Logistikreportage "Trimodaler Verkehr" in VAV 02/08 www.visavis.de


Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen

Inhaber des Lehrstuhls für Verkehrssysteme und -logistik an der Universität Dortmund und Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

Herr Professor Clausen, bewerten Sie bitte den Einsatz und die Effizienz multimodaler Transportkonzepte in Deutschland!

Deutschland verfügt über ein breites Angebot an multimodalen Transportlösungen. Es gibt ein fast flächendeckendes Angebot von Terminals des kombinierten Verkehrs Straße/Schiene und viele Binnenhäfen sind zu trimodalen Standorten weiterentwickelt worden. Viele Angebote haben, naturgemäß nicht in jeder Richtung und Zeitlage sowie erst ab einer spezifischen Mindestentfernung ihren Markt gefunden. Die Effizienz darf grundsätzlich unterstellt werden, auch wenn im Terminalbetrieb und in der Vor- bzw. Nachlaufkoordination auch noch Effizienzgewinne möglich sind.

Können diese kombinierten Verkehre dem internationalen Vergleich standhalten?

Im internationalen Vergleich verfügt Deutschland über ein gutes KV-Angebot. Dabei sind die Nord-Süd-Angebote gut, die Angebote in Ost-West-Richtung auch international weniger gut entwickelt.

Beschreiben Sie bitte ein effizientes Vorgehen bei der Optimierung von trimodalen Seehafenhinterlandverkehren!

Für die Optimierung des Seehafenhinterlandverkehrs sind die land- und seeseitige, aufeinander abgestimmte Leistungsfähigkeit der Terminals, die Verkehrsinfrastruktur sowie die konkreten Angebote z. T. mit Verlagerung von Sammel- und Verteilfunktionen an günstig gelegene Hinterland-Hubs entscheidend. Für konkrete Planungs- und Optimierungsaufgaben entwickelte das Fraunhofer IML das Tool DISMOD-multimodal.

Gibt es im Ausland, sprich im asiatischen Raum, diverse Lösungen, die für Europa oder Deutschland als richtungsweisend gelten können?

International gibt es durchaus Entwicklungen, die wir in Deutschland verfolgen sollten. So will China ein Schienennetz nur für Frachtzüge von fast 12.000 km errichten. Die Ansiedlung vieler Industrien entlang der Wasserstraßen spielt wie auch andernorts eine große Rolle. In Indien wird der Doppelstock-Containertransport auf der Schiene, wie auch in Nordamerika schon verbreitet, erprobt.

Wir danken Ihnen für das Gespräch.

Dieses Interview führte Visavis-Redakteurin Ellen Drechsler,
VISAVIS Verlagsgesellschaft für Wirtschaftskommunikation
Partner der Wirtschaft

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