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Assistenzsysteme auf der Agenda der Logistikbranche
Dortmund/Berlin, 27. Januar 2009 - Ein Zukunftsthema setzt sich durch:
Am Montag, 26. Januar, tagte erstmalig die neu gegründete VDI Arbeitsgruppe
"Logistische Assistenzsysteme". Auf Initiative des Fraunhofer-Instituts
für Materialfluss und Logistik IML werden dort innovative Verfahren
zur Echtzeit-Visualisierung und -steuerung komplexer Materialflüsse
in der Logistik übergreifend thematisiert. Die Gruppe aus Forschung,
Industrie und Verbänden erarbeitet gemeinsame Grundlagen zur Weiterentwicklung
von Assistenzsystemen im industriellen Umfeld und übergeordnete Empfehlungen
zum Praxiseinsatz. Grundlage ist das vom Bundesministerium für Wirtschaft
und Technologie (BMWi) geförderte Technologieprojekt "LogNetAssist".
Assistenzsysteme sind in aller Munde. Im Auto helfen sie schon heute
als digitaler Beifahrer beim Einparken oder halten den Vordermann auf
Abstand. Älteren Menschen könnten sie als "Sturzwarner"
oder intelligenter Hausnotruf zur Seite stehen. In der Logistik sollen
sie helfen, globale Materialflüsse und komplexe Fertigungsprozesse
im Blick zu behalten, die Auswirkungen unvorhergesehener Ereignisse vorauszudenken
und dem Kontrollpersonal auf diese Weise Handlungsoptionen aufzeigen und
Entscheidungshilfen an die Hand zu geben. Vor allem im Störfall ist
das von großer Bedeutung: Wird ein Problem bereits kurz nach Entstehung
erkannt, bestehen gut Chancen, die Produktion umzustellen und so Ausfälle
zu vermeiden. Auch auf individuelle Kundenwünsche, Produktionsänderungen
oder Lieferengpässe kann so schneller und flexibler reagiert werden.
Das Potenzial der Technologie hat man in Forschung und Industrie früh
erkannt. "LogNetAssist" hat bereits einen Piloteinsatz bei der
Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH hinter sich, ein weiterer Pilot
bei Daimler startet Anfang Februar 2009. Ein Industrieprojekt mit VW Nutzfahrzeuge
lieferte ebenfalls wichtige Grundlagen.
Die Vorteile sind überzeugend: "LogNetAssist" erlaubt
es, mit Hilfe der RFID-Technologie inner- und überbetriebliche Warenströme
in Echtzeit am Leitstand mitzuverfolgen, es identifiziert automatisch
für den Produktionsablauf relevante Ereignisse und leitet mögliche
Entscheidungen zur Verbesserung der Prozesssteuerung ab. Die Produktion
wird flexibler und weniger störanfällig - und damit letzten
Endes auch wirtschaftlicher. Um dies in Zahlen auszudrücken, wurde
außerdem ein Verfahren zur Wirtschaftlichkeitsbewertung von RFID-Lösungen
erprobt. Ein weiteres Ergebnis methodischer Art ist die Entwicklung einer
allgemeinen Vorgehensweise zur Einführung von RFID. Zeit, die Ergebnisse
einem breiteren Anwenderkreis nutzbar zu machen. "Das Thema ist in
der Branche angekommen. In der VDI Arbeitsgruppe geht es jetzt vor allem
darum, übergreifende Empfehlungen zu Technologien und Prozessen,
zu deren Weiterentwicklung und Integration in bestehende Systeme zu formulieren",
sagte Prof. Dr. Axel Kuhn, IML-Institutsleiter und Initiator der Gruppe.
Das formale Ziel der Arbeitsgruppe "Logistische Assistenzsysteme"
ist die Erarbeitung eines Richtlinienentwurfs - Ausgangspunkt jeder neuen
VDI Richtlinie. Auf dem Weg dorthin muss der aktuelle Stand der Technik
formuliert und ein übergreifendes Verständnis der Technologie
sowie methodischer und technischer Ansätze erarbeitet werden. Schlussendlich
entsteht so die Grundlage für den breiten Einsatz einer richtungweisenden
Technologie.
LogNetAssist
LogNetAssist führt alle Fäden eines Logistiknetzwerkes zusammen
und ermöglicht die Steuerung von Logistik- und Produktionsabläufen.
Das im Projekt entwickelte System erfasst alle relevanten Objekte, Prozesse
und Parameter zwischen Zulieferern, Logistikdienstleistern und Herstellern
in Echtzeit. Auf dieser Basis wird ein virtuelles Abbild des Logistiknetzes
modelliert und in einer Leitzentrale übersichtlich dargestellt. Ein
intelligentes Assistenzsystem gibt Entscheidungshilfen und berechnet Prozesse
und Handlungsoptionen im Voraus. LogNetAssist wird im Rahmen des Technologieprogramms
next generation media gefördert durch das Bundesministerium für
Wirtschaft und Technologie (BMWi). Projektpartner sind: BSH Bosch und
Siemens Hausgeräte GmbH, Daimler AG, ebp E-Business- und Prozess-Consulting
GmbH, das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML
und die PSI AG. (www.LogNetAssist.de)
next generation media
Intelligente Vernetzung durch moderne Informations- und Kommunikationstechnologien
bestimmt zunehmend unser Leben und Arbeiten. Das Bundesministerium für
Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat das Programm next generation media
ins Leben gerufen, um im Hinblick auf das "Internet der Dinge"
die intelligente Vernetzung von Objekten und Prozessen durch gemeinschaftliche
Forschung, neue Technologien und Methoden voran zu bringen und eine Grundlage
für internationale Standards zu schaffen. In einem 2004 gestarteten
Auswahlwettbewerb haben sich 11 Projekte qualifiziert, die von über
70 Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen getragen werden. Insgesamt
werden Projekte mit einem Volumen von ca. 40 Millionen Euro gefördert.
In den Innovationsfeldern Konsumelektronik, Logistiknetze, Produktionsanlagen
und Gesundheitsversorgung entwickeln sie in übergreifender Zusammenarbeit
Leuchttürme einer kommenden Technologie.
www.nextgenerationmedia.de
Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML
Ralf Neuhaus, Pressereferent und PR-Beauftragter
Tel. +49 (0) 2 31 / 97 43 - 2 74
ralf.neuhaus@iml.fraunhofer.de
www.iml.fraunhofer.de
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