Deutschland soll das Silicon Valley der Logistik werden
Fraunhofer-Wissenschaftler fordert Logistik-Forschungsinitiative
Prof. Dr. Michael ten Hompel plädiert für ein Silicon Valley der
Logistik
Frankfurt. 10. September 2010 - Deutschland soll das Silicon Valley der
Logistik werden. "Wir müssen jetzt in der Logistik das tun,
was wir in den siebziger und achtziger Jahren in der IT in Deutschland
versäumt haben." Das sagte Professor Dr. Michael ten Hompel
auf der ZEIT-Konferenz "Logistik + Mobilität" heute in
Frankfurt/Main. Die Logistikwissenschaft vergleicht er mit der Informatik
vor 30 Jahren: Alle brauchen Logistik, aber als wissenschaftliche Disziplin
sei sie erst dabei, sich zu etablieren. Jetzt sei genau der Zeitpunkt
zu investieren.
Der geschäftsführende Institutsleiter des Fraunhofer-Institutes
für Materialfluss und Logistik forderte Wirtschaft, Politik und Wissenschaft
zu einer Logistik-Forschungsinitiative auf, denn vor allem in der engeren
Zusammenarbeit zwischen Logistikwirtschaft und Wissenschaft sieht er viel
ungenutztes Potenzial. Der Fokus einer solchen Initiative müsse darauf
liegen, aus Forschung erfolgreiche Produkte zu machen. "Infrastrukturinvestitionen
sind wichtig für die Logistik in Deutschland, aber sie bringen im
internationalen Wettbewerb kaum Vorteile, der wird durch die Innovationsgeschwindigkeit
entschieden", sagte der Fraunhofer-Wissenschaftler.
Ten Hompel hat das mit 100 Millionen Euro Forschungsmitteln derzeit wohl
größte logistische Forschungsnetzwerk in Europa, den EffizienzCluster
LogistikRuhr, initiiert. 120 Unternehmen und 11 Forschungs- und Bildungseinrichtungen
arbeiten dort gemeinsam in sieben Leitthemen und insgesamt 30 Projekten
mit dem Ziel, Individualität zu erhalten und urbane Versorgung sicherzustellen
und eine Ressourceneinsparung von 25 Prozent in der Logistik zu erzielen.
Mehr als 100 Produkte und Patente sowie 4000 qualifizierte Arbeitsplätze
sollen aus dem Vorhaben entstehen. Der Cluster ist Gewinner des Spitzencluster-Wettbewerbs
des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), wodurch
sich das Vorhaben 40 Millionen Forschungsmittel sichern konnte.
Fraunhofer-Institut für
Materialfluss und Logistik IML
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