Fraunhofer-Institut für Materialfluss
und Logistik IML, Dortmund.
Tesco entkoppelt erfolgreich Internet- vom
Filialgeschäft
Vanderlande Industries lieferte das Materialflusssystem
für den Prozess der Auftragskommissionierung
Mönchen-Gladbach, 25.11.2009 - Tesco konnte einen großen
Schritt in der Abwicklung der Kommissionierung und Auslieferung von Lebensmitteln
über die Webseite Tesco.com machen, indem eine spezielle "Dotcom"-Anlage
für das Internetgeschäft mit einem internen DCOS (Dot Com Only
Store) geschaffen wurde. Bestellungen, die über die Website eingehen,
wurden bisher von den örtlichen Tesco Superstores bearbeitet. Persönliche
Einkaufsassistenten holten selbst die Produkte aus den Regalen, die dann
mit kleinen Lieferwagenflotten der Märkte ausgeliefert wurden.
Bild 1: Pick Cart mit Kunststoffgitterboxen
für Kundenaufträge.
Bild 2: Konsolidierungspuffer bestehend
aus dreigassigem QUICKSTORE HDS-Shuttle-System.
Tesco musste mit Hilfe eines Bestellausführungsmodells die
Auswirkungen der Internetgeschäfte in bestimmten Geschäften
reduzieren und gleichzeitig auf das geringe Platzangebot der Lieferwagen
in bestimmten Regionen eingehen. Dies führte dazu, dass Tesco
das Potenzial einer speziellen Anlage nur für diese Abwicklung
neu bewertete.
Vanderlande Industries sollte für Tesco dieses Potenzial untersuchen,
was zu einer erfolgreichen Partnerschaft im Aylesford DCOS (Südostengland)
führte. Vanderlande lieferte das Materialflusssystem für
den Prozess der Auftragskommissionierung sowie für die Freigabe
und Sortierung der zusammengestellten Bestellungen an die Lieferwagen.
Neben der Steuerung der Lagerung und Freigabe der Kundenbestellungen
regeln die Systeme von Vanderlande auch den Prozess der Fahrzeugabfertigung.
Tesco ging zudem mit Vanderlande eine 24/7 Vor-Ort-Vereinbarung für
Wartung- und Support für die nächsten fünf Jahre ein.
Die Qualität der Systeme von Vanderlande, der Software und der
Engineering-Prozesse hat Tesco darin bestärkt, auch weiterhin
mit dem Roll-Out-Programm für diese Einrichtungen fortzufahren.
Das System soll zudem in einer neuen speziellen Anlage installiert
werden, die in Greenford (im Nordwesten Londons) gebaut werden soll.
Es handelt sich dabei um eine genaue Kopie des ersten Systems, das
im Oktober 2008 in Betrieb gegangen ist. Das Greenford System wird
im Jahr 2010 den Betrieb aufnehmen. Bei Tagesbeginn werden Auftragsdetails
und Lieferwagenpläne vom Tesco-Host in das Vanderlande Steuersystem
geladen.
Die Lagerbestände im dafür eigens eingerichteten Supermarkt
werden genau wie in einem konventionellen Supermarkt ausgelegt, nur dass
die "Kunden" durch Kommissioniermitarbeiter ersetzt werden.
Die so genannten Picker nehmen die Ware direkt aus dem Regal und legen
sie in Kunststoffgitterboxen für die Kundenaufträge, die sich
auf einem Transportwagen befinden.
Ein Picker kann bis zu sechs Kundenbestellungen verschiedener Lieferwagenrouten
gleichzeitig bearbeiten. Fertige Bestellungen werden zu einer Zuführlinie
gebracht, manuell auf die Fördertechnik gestellt und zu einem Konsolidierungspuffer
gefahren werden. Diese befindet sich auf einer Plattform. Unterhalb dieser
Plattform wurde Platz für Büros und Lagerflächen geschaffen,
wodurch eine effiziente Nutzung der Gebäudefläche möglich
ist. Die Konsolidierungszone besteht aus einem 3-gassigen QUICKSTORE HDS-Shuttle-System.
Jeder Gang ist dabei in zwei vertikale Module aufgeteilt, die mit 18 Shuttles
ausgestattet sind. Jedes Shuttle kann auf drei Regalebenen zugreifen.
Die Gitterboxen mit den Kundenbestellungen sind in der HDS-Konsolidierungszone
verteilt und werden bis zu einem vordefinierten Freigabezeitpunkt für
eine vollständige Auslieferung mit einem Lieferwagen zurückgehalten.
Werden leere Lieferwagen zugewiesen und zu einer Laderampe geleitet, aktiviert
der Fahrer des Lieferwagens das HDS-Shuttle-System, damit alle für
diesen Lieferwagen vorgesehenen Bestellungen freigegeben werden. Das HDS
stellt die Auftragsgitterboxen in umgekehrter Reihenfolge (LIFO) der Entladung
zur Sortierung und Beladung bereit. Beim Verlassen des Geländes wird
der Lieferwagen gescannt und die Ladung dadurch aus dem System gelöscht.
Der erste DCOS in Aylesford (GB) wurde Oktober 2008 eröffnet. Er
stellt eine schnelle Amortisationszeit unter Beweis, indem er teure Verkaufsflächen
in bestehenden Supermärkten freigibt und ein schnelleres Wachstum
der Dotcom-Umsätze ermöglicht. Weitere Vorteile liegen in der
höheren Fehlerfreiheit, Rückverfolgbarkeit und in einer Reduzierung
der Beschädigung von Produkten. Der zweite DCOS in Greenford (GB)
nimmt 2010 den Betrieb auf.
Weitere Informationen:
Vanderlande Industries
Roger Peart
Tel.: +44-(0)1675 44 43 70
Vanderlande Industries GmbH
Mönchengladbach
Krefelder Straße 699
41066 Mönchengladbach